K27 – Neumann, M.: Gestorben für das Vaterland

20.00 €

Am Lager

Neumann, Max: Gestorben für das Vaterland
Die Kriegerdenkmäler des Ersten Weltkrieges in den Kantonen Eupen, Malmedy und Sankt Vith (1918-1940)
226 Seiten, mit Abbildungen, Größe: 17 x 1,4 x 24 cm, Generalstaatsarchiv, Brüssel, Oktober 2017

„Herausgegeben mit Unterstützung vom Förderverein des Archivwesens in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens V.o.G.“

Zeugen eines Identitätskonflikts

Verbunden wird die Ausstellungseröffnung mit der Präsentation des Buches „Gestorben für das Vaterland – Die Kriegsdenkmäler des Ersten Weltkrieges in den Kantonen Eupen, Malmedy und St. Vith (1918-1940) – Zeugen eines Identitätskonflikts“ von Max Neumann. Der junge Historiker Max Neuman stellt das in der Reihe des Staatsarchivs („Quellen und Forschungen zur Geschichte der Deutschsprachigen Belgier“) erschienene Buch mit den Ergebnissen seiner Recherchen vor. Er beantwortet dabei die Frage, inwieweit die ostbelgische Erinnerungskultur nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Zeugin des Identitätskonflikts der Nachkriegszeit geworden ist. Dabei setzt er sich intensiv mit Fragen nach der „nationalen Identität“ sowie den im Krieg überhöhten Begriffen „Vaterland“ und „Heimat“ auseinander. Gleichzeitig geht Neumann auf religiöse oder pazifistische Motive in der besonderen Erinnerungskultur des ab 1920 zu Belgien gehörenden Gebiets von Eupen-Malmedy-St. Vith ein.

Nach dem Ersten Weltkrieg gilt es den Tod von fast 10 Millionen Soldaten zu legitimieren. Während den Gedenkzeremonien sowie auf Kriegerdenkmälern ist deshalb das Motiv des Einsatzes zum Schutz des Vaterlandes häufig zu finden. Historiker greifen gerne auf diese Träger des kollektiven Gedächtnisses zurück, um die Erinnerungskultur eines Landes, einer Region oder eines Dorfes zu erfassen. Im Mittelpunkt dieses Buches steht die Studie der Kriegerdenkmäler zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs in den Kantonen Eupen, Malmedy und Sankt Vith. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Frage, ob diese zwischen 1918 und 1940 errichteten Monumente einerseits die Erinnerungskultur und anderseits den Identitätskonflikt der Ostkantone der Zwischenkriegszeit widerspiegeln. In der Tat wird das Gedenken in diesen drei Kantonen nicht nur durch die Trauer um die gefallenen Soldaten bestimmt, sondern weist auch eine Legitimationskrise, resultierend aus dem Staatenwechsel nach dem Versailler Vertrag, auf. Inwieweit kann im Belgien der Zwischenkriegszeit der Tod von den ehemals deutschen Soldaten aus Eupen-Malmedy patriotisch erklärt werden? Während die Devise „mort pour la Patrie (belge)“ die patriotischen Gefühle der Neu-Belgier der damaligen Zeit nicht widerspiegelt, wird ein „Gefallenen für das (deutsche) Vaterland“ vom belgischen Staat nicht erlaubt. Diese Arbeit versucht – auch anhand der Analyse der Lokalpresse sowie der Kommunal- und Pfarrarchive – die Besonderheiten des kollektiven Gedächtnisses der Ostkantone der Zwischenkriegszeit vorzustellen und ein möglichst vollständiges Bild des Erinnerungsdiskurses Eupen-Malmedys zu unterbreiten.