1 Januar | 2012 | Geschichts- und Museumsverein Zwischen Venn und Schneifel (ZVS)

Themen

Die Wasserpumpstation im HĂŒnninger Venn

Dieser Beitrag wurde verfasst im Rahmen des Projektes:
Jugend erforscht Geschichte „Wenn Steine reden könnten
“ – Ein Wettbewerb des Geschichtsvereines „Zwischen Venn und Schneifel“ (2003-2004)

1. Beschreibung des GebÀudes

Geht man auf dem kleinen Feldweg hinter der Hubert-Reuland-Str. in St. Vith nach HĂŒnningen trifft man nach ca. 800 Metern auf der rechten Straßenseite auf ein kleines GebĂ€ude. Es hat eine rechteckige Grundform von 12, 3 m LĂ€nge und  8, 21m Breite. Auf der östlichen Giebelseite befindet sich ein  kleiner, eingeschossiger Vorbau. Die Firsthöhe des GebĂ€udes betrĂ€gt 7,25 m, die Gesimshöhe  4 m. Auffallend sind die vielen Öffnungen: auf der östlichen Giebelseite befindet sich eine zweiflĂŒgelige EingangstĂŒr mit Oberlicht, jetzt aus Metall, aber ursprĂŒnglich wohl aus Holz, sowie ein hohes, flachbogiges Fenster. Dieser Flachbogen ist durch senkrecht zum Bogenverlauf stehende Ziegel betont. Wie alle anderen weist es die Maße von 1,20 m Breite und 2,20 m Höhe auf. Ein zweites Fenster wird durch den Vorbau fast vollstĂ€ndig verdeckt. Diese Fenster hatten wohl ursprĂŒnglich FensterlĂ€den, worauf  die in die Mauer eingelassenen Verankerungen schließen lassen. Im Giebeldreieck befindet sich ein Rundfenster von 0, 80 m Durchmesser. Auf der nördlichen Seite sind 3 Fenster und eine große, zweiflĂŒgelige TĂŒr mit Oberlicht, dessen Glas zerbrochen ist. Auf der westlichen Giebelseite finden wir 3 Fensteröffnungen, wovon die mittlere allerdings zugemauert ist. Auch hier befindet sich im Giebeldreieck ein Rundfenster von 0,80 m Durchmesser. Außerdem befindet sich hier ein Kamin, der bis zur Fensterhöhe aus Betonblocksteinen gemauert ist und sich dann in einem runden Rohr fortsetzt. Wozu dieser Kamin dient, ist nicht ersichtlich. Die SĂŒdseite schließlich weist 2 Fenster auf. Wie aus den PlĂ€nen ersichtlich ist, hat auf dieser Seite ursprĂŒnglich ein 18 m hoher Kamin gestanden. Am GebĂ€ude selbst erkennt man noch die Spuren des Abrisses: Die Ziegelsteine sind hier heller, und in ca. einem Meter Höhe sieht man, dass eine Öffnung zugemauert wurde – das war der Rauchabzug der Öfen. In der Wand erkennt man außerdem einen weiteren Flachbogen. Da er grĂ¶ĂŸer ist, als bei den anderen Fenstern, glauben wir nicht, dass hier ein Fenster zugemauert wurde, sondern dass er dazu diente, die Last der Mauer zu verteilen. Bis auf die Fenster der Ostseite sind alle Fenster durch HolzlĂ€den zu verschließen. Alle sind durch Eisengitter geschĂŒtzt. (mehr …)

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Geschrieben am 30.01.2012

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Die Goldsuche in der Eifel – „Am Golde hĂ€ngt, nach Golde drĂ€ngt doch alles“

Die Goldsuche in der Eifel
„Am Golde hĂ€ngt, nach Golde drĂ€ngt doch alles“

von Kurt Fagnoul – Monatszeitschrift „Zwischen Venn und Schneifel“ 2/1965, Seite 13

Nur trĂ€ge schleppt sich die Amel in der NĂ€he des Quellgebietes durch die KrĂŒmmungen und von den WiesenbĂ€chen gestĂ€rkt, strömt sie mit immer stĂ€rkerem Schwall talabwĂ€rts. Jedem Naturfreund unseres Heimatlandes wird das Ameltal ein wohlbekanntes Erholungs- und Ausflugsziel sein. Typische Eifeldörfer mit ihren alten Bauernhöfen, mit den von den Anhöhen wie Burgen hervorragenden KirchtĂŒrmen, gestatten dem Besucher einen weiten Ausblick ĂŒber die saftigen Weidekoppeln, welche von Laub- und FichtenwĂ€ldern umgeben sind.

Wie viele Jahre schon mag sich unsere Heimat so dem Auge preisgegeben haben? Ja, wie lange schon spĂŒlt die Amel in ihrem alten Flußbett die Ufer aus? Wie viele Geschlechter sind dem Amellaufe schon gefolgt und haben die Amel auf ihre SchĂ€tze untersucht? Großer Verdienst in dieser Hinsicht gebĂŒhrt dem ehemaligen Kreisschulinspektor Dr. Esser, der ein vielseitiges Wissen hatte. (mehr …)

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Geschrieben am 23.01.2012

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Burg und Herrschaft Reuland

Burg und Herrschaft Reuland

Der Name des Ortes Reuland leitet sich vom Rittergeschlecht ab, das urkundlich ab dem 12. Jahrhundert bekannt ist. Das Geschlecht der Herren von Reuland erscheint erstmals urkundlich i.J. 1128 mit Johann, der Abt von Stavelot-Malmedy war. Dieses Rittergeschlecht starb 1313 mit Arnold von Reuland aus. Der bekannteste ReulĂ€nder Ritter dĂŒrfte Dietrich von Reuland gewesen sein, der am Kreuzzug Kaiser Barbarossas teilnahm und 1189 vor Akkon gefallen ist. Sein heldenhafter Kampf gegen die Feinde des Christentums hat ihm den Titel „Löwe von Reuland“ eingebracht. Ab 1264 ist die Burg als luxemburgisches Lehen bekannt und die Herren von Reuland haben in der Zeit gute Beziehungen zu ihrem Landesherrn.

Das Gebiet der Herrschaft Reuland ist wohl im 9. oder 10. Jh. vom frĂ€nkisch-karolingischen Königshof Thommen abgekoppelt worden und hat als Verwaltungseinheit im Herzogtum Luxemburg bis zum Ende des Ancien RĂ©gime bestanden. Dieses Gebiet war zwar schon in keltischer und römischer Zeit besiedelt, wie wir aus den Altertumsfunden in der nĂ€heren Umgebung wissen (z.B. HĂŒgelgrĂ€ber). Nach dem Abzug der Römer gelangte unser Gebiet als herrenloses Land in den Besitz der frĂ€nkischen Könige (Merowinger, spĂ€ter Karolinger). Als solch ein Königsgut wird der Hof Thommen i.J. 814 erstmals erwĂ€hnt. Solche Königshöfe, landwirtschaftliche Zentren, erwiesen sich bei den EinfĂ€llen der Ungarn und der Normannen als ungeschĂŒtzte Liegenschaften Daher begann auch in unserem Gebiet der Burgenbau, meist an sicheren Stellen in FlusstĂ€lern. Auf dem Felsvorsprung ĂŒber dem Ulftal entstand der Burganlage im 9. oder 10. Jahrhundert, in dessen Schutz sich dann die Ortschaft entwickelte. ArchĂ€ologische Grabungen belegen, dass der Burgplatz schon im 10. Jahrhundert besiedelt war. Im 11. und 12. Jahrhundert wird dieser Lebensraum mit Umfassungsmauern und einem Bergfried befestigt worden sein. Das Geschlecht der Herren von Reuland dĂŒrfte somit die Wehranlage mit ZugbrĂŒcke und Wassergraben erbaut haben. (mehr …)

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Geschrieben am 05.01.2012

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