Thema: Allgemein

Archäologische Funde „An der Burg“ in St.Vith

Mauerreste, die bei den Sondierungsgrabungen im Juni 2020 zu Tage traten.

Im Vorfeld zum Bau eines Appartementhauses im St.Vither Ortsteil „An der Burg“ wurden im Juni 2020 archäologische Sondierungsgrabungen durchgeführt. Dabei wurden schon am ersten Tag Mauerreste entdeckt, die vom leitenden Archäologen, Dr. Wolfgang Messerschmidt, als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung gedeutet wurden. Im Detail tauchten Überreste einer alten Mauer sowie eines Turms auf, die z.T. „älter als der Büchelturm“ sein soll. Die in den drei Grabungstagen (15.-17.6.2020) freigelegten Mauerreste lassen vermuten, dass weitere Funde zwischen den bisher freigelegten Mauerteilen und der Kirche zu erwarten sind.

Ergebnisse der archäologischen Sondierungsgrabung vom Juni 2020

Im Juli 2020 legte der Grabungsleiter Dr. W. Messerschmidt seinen „Abschlussbericht zur archäologischen Maßnahme St.Vith (SV 20-01)“ vor, der uns seit August 2020 zur Verfügung steht.
Schon in seiner Einleitung betont Dr. Messerschmidt, dass „die für die Bebauung vorgesehene Fläche eine für die Geschichte St.Viths nicht unerhebliche Bedeutung“ habe.  An den drei Grabungstagen konnten Mauerreste freigelegt werden, die als Teil eines Mauerverbandes (5) bzw. als Mauerverblendung (10) und als Teil eines Rundturms (8, 9) identifiziert und ins 12.-13. Jahrhundert datiert wurden. Die Funde werden als „außerordentlich bemerkenswert“ bezeichnet.

Die Mauer (5) konnte auf einer Länge von 10,40 m und in einer Höhe von 0,80 m freigelegt werden; die genaue Breite konnte wegen einer darauf befindlichen Terrassenmauer (7) aus der Nachkriegszeit nicht ermittelt werden. Die Mauer besteht aus Hau- und Bruchsteinen (Grauwacke und vereinzelt Schiefer), die geschichtet im Mörtelbett (hellroter Sandmörtel mit 5% Kalkanteil) aufgemauert sind. Die vorgeblendeten Steine (10) sind auf einer Länge von 3,40 m im gleichen Mörtelbett verlegt und nicht in den Mauerverband integriert.
Ebenfalls in diesen Mauerverband integriert und diesen auf einer Länge von ca. 5,50 m in südliche Richtung verlassend fanden die Fachleute die Reste eines als Rundturm gedeuteten Bauwerks (9). Diese Mauern bestehen größtenteils aus „aufgemauertem Schiefer in einem rosafarbenen Sandmörtelbett mit 5% Kalkzuschlag“. Die Mauer bildet einen „annähernd halkreisförmigen Verlauf“, der sich unter dem modernen Schutt fortsetzt. Sein südlicher Scheitelpunkt (8) konnte im weiteren Verlauf der Mauer (5) gefunden werden. Die Turmreste zeigen einen inneren Durchmesser von 5,90 m.

In seiner Schlussfolgerung betont Dr. Messerschmidt den „eindeutig fortifikatorischen Charakter“ der Anlage. Die getätigten Funde stimmen mit den im Urhandriss von 1828 eingezeichneten Turmresten überein. Somit dürften auch die 1935 bei Reiners-Neu beschriebenen Baureste mit den Funden identisch sein. Messerschmidt bezweifelt allerdings, ob die Funde als Teil der um 1350 errichteten Stadtmauer gelten können. Der Büchelturm mit einem inneren Durchmesser von 3,90 m ist kleiner als der hier vorgefundene Turm mit einem inneren Durchmesser von 5,90 m. Daher sei von einer unterschiedlichen Bauzeit der beiden Bauwerke auszugehen.  Die hier ausgegrabenen Turmmauern deutet er als Überreste eines Donjons einer burgähnlichen Festungsanlage, die „zweifellos älter als die Stadtmauer ist“.

Sollte sich diese Annahme nach den folgenden Grabungen bestätigen, muss die St.Vither Geschichte um bisher Unbekanntes ergänzt werden. Da die hier vorgefundenen Mauerreste aus einer Zeit (12.-13. Jh.) stammen, aus der  die ersten urkundlichen Nachrichten zur Geschichte St.Viths vorliegen, werden die weiteren Grabungsergebnisse mit Spannung erwartet. Die im Juni 2020 getätigten Funde haben auf Grund dieser Erkenntnis allein schon einen solchen Wert, dass sie der Nachwelt unbedingt erhalten werden müssen.

Bürgerinitiative

Eine Bürgerinitiative (mit eigener Webseite) bemüht sich seither um den Erhalt der Funde und hat eine Petition an den St.Vither Stadtrat und an die Regierung der DG gerichtet. Unterzeichnen auch Sie diese Petition zur Rettung der Funde. (Formular bitte ausdrucken, unterschreiben und an ZVS zurückschicken)
Ende Juli 2020 hat die Regierung der DG beschlossen, umfangreichere Grabungen an dieser Fundstelle durchführen zu lassen und somit etwas mehr Licht ins bisher recht unbekannte mittelalterliche St.Vith zu bringen.

Umfangreichere Grabungen ab dem 19.10.

Die am 19. Oktober wieder aufgenommenen Grabungen auf dem Areal „An der Burg“ zeitigen bereits nach der ersten der auf vier Wochen angesetzten gründlichen Ausgrabungen ein sensationelles Ergebnis. Die Erwartungen der unter der Leitung von Dr. Wolfgang Messerschmidt (Fa. Goldschmidt Archäologie und Denkmalpflege, Düren) arbeitenden Mannschaft wurden bereits nach wenigen Tagen  bei weitem übertroffen. Es konnte nicht nur ein Halbkreis der Grundmauern des Turms auf der südlichen Seite des Areals freigelegt werden, es wurden auch bedeutende Grundmauern auf der rechten Seite hinter der alten Kaplanei und entlang des benachbarten Anwesens von Frau Veronika Maraite gefunden, die einem massiven Bau (der eigentlichen Burg?) zugeordnet werden müssen. Beide Fundstellen geben in vielerlei Hinsicht Rätsel auf, um deren Lösung sich die Archäologen nun bemühen werden. Ggf. werden die Ausgrabungen auf benachbarte Grundstücke ausgedehnt werden. Dies setzt allerdings eine entsprechende Erweiterung des Auftrags des Ministeriums an das ausführende Unternehmen sowie das Einverständnis der Eigentümer*innen der benachbarten Parzellen voraus. Und da gibt es bereits durchaus positive Reaktionen zu vermelden.
Angesichts dieser erfolgreichen und vielversprechenden Ergebnisse gab der St.Vither Stadtrat am 21.10. bekannt, einen Antrag auf provisorische Unterschutzstellung der Fundstelle bei der DG stellen zu wollen.

Einblicke in die Grabungsarbeiten (Fotos: E. Kirsch, L. Paasch, K.D. Klauser)

19.10.2020: Beginn der archäologischen Grabung am Gelände „An der Burg“ in St.Vith. Per Bagger wird der Schutt von den tiefer liegenden Mauerresten der Burg entfernt.

19.10.2020: Beginn der archäologischen Grabung am Gelände „An der Burg“ in St.Vith. Per Bagger wird der Schutt von den tiefer liegenden Mauerresten der Burg entfernt.

19.10.2020:  Schon nach wenigen Baggerschaufeln wird der innere Kreis des Turms sichtbar

19.10.2020: Schon nach wenigen Baggerschaufeln wird der innere Kreis des Turms sichtbar

19.10.2020: Wegräumen weiteren Schutts am Turmrest per Bagger.

19.10.2020: Wegräumen weiteren Schutts am Turmrest per Bagger.

19.10.2020: Nach der Baggerschaufel kommen Schaufel, Spaten und Schabeisen zum Einsatz.

19.10.2020: Nach der Baggerschaufel kommen Schaufel, Spaten und Schabeisen zum Einsatz.

19.10.2020: Die Struktur der Außenmauer eines Turms wird erkennbar.

19.10.2020: Die Struktur einer Turmmauer wird erkennbar.

20.10.2020: Die Turmreste liegen frei; derweil wird das Gelände weiter nördlich abgebaggert

20.10.2020: Die Turmreste liegen frei; derweil wird das Gelände weiter nördlich abgebaggert

20.10.2020: Mit Handfeger und kleinen Werkzeugen wird die Maueroberfläche untersucht.

20.10.2020: Mit Handfeger und kleinen Werkzeugen wird die Maueroberfläche untersucht.

20.10.2020: Räumungsarbeiten an der Grenze zur Parzelle Veronika Maraite

20.10.2020: Räumungsarbeiten an der Grenze zur Parzelle Veronika Maraite

20.10.2020: Auf der Parzelle V. Maraite: Vor dem Strauch befindet sich eine Öffnung in der Erde, die archäologisches Interesse hervorruft.

20.10.2020: Auf der Parzelle V. Maraite: Vor dem Strauch befindet sich eine Öffnung in der Erde, die archäologisches Interesse hervorruft.

20.10.2020: Auf diesem Bild wird deutlich, wie die Mauer, ausgehend vom Turm, in Richtung Norden zum Grundstück V. Maraite verlaufzen könnte.

20.10.2020: Auf diesem Bild wird deutlich, wie die Mauer, ausgehend vom Turm, in Richtung Norden zum Grundstück V. Maraite verlaufen könnte.

20.10.2020: Eine durchgehende Vertiefung in der Mauer des Turmes

20.10.2020: Eine durchgehende Vertiefung in der Mauer des Turmes

22.10.2020: Das Areal in Richtung des Grundstücks V. Maraite (abgegrenzt durch die Zementsteinmauer rechts) wurde geräumt. Dabei traten Mauerreste in Erscheinung (Bildmitte), die auch der Burg zugeordnet wurden.

22.10.2020: Das Areal in Richtung des Grundstücks V. Maraite (abgegrenzt durch die Zementsteinmauer rechts) wurde geräumt. Dabei traten Mauerreste in Erscheinung (Bildmitte), die auch der Burg zugeordnet wurden.

22.10.2020: Die freigelegten Mauerreste (rechts) tauchten unter dem Schutt auf.

22.10.2020: Die freigelegten Mauerreste (rechts) tauchten unter dem Schutt auf.

22.10.2020: Gewölbeansatz in den Mauerresten im rechten Grabungsareal.

22.10.2020: Gewölbeansatz in den Mauerresten im nördlichen Grabungsareal.

23.10.2020: Ein Maueransatz ragt aus der oberen Umfassungsmauer. (Ansicht nach Südosten)

23.10.2020: Ein Maueransatz ragt aus der oberen Umfassungsmauer. (Ansicht nach Südosten)

23.10.2020: Details der Mauerzüge: Der Maueransatz (links, Bildmitte) und ein Gewölbeansatz in der senkrecht dazu verlaufenden Mauer (Bildmitte). (Ansicht nach Nordwesten)

23.10.2020: Details der Mauerzüge: Der Maueransatz (links, Bildmitte) und ein Gewölbeansatz in der senkrecht dazu verlaufenden Mauer (Bildmitte). (Ansicht nach Nordwesten)

27.10.2020: Auch im linken Grabungsfeld, oberhalb der Waschbetonstützmauern des Baufachhandels Pip, tauchen Mauerreste auf.

27.10.2020: Auch im südlichen Grabungsfeld, oberhalb der Waschbetonstützmauern des ehem. Baufachhandels Pip, tauchen Mauerreste auf.

30.10.2020: Mauerreste verteilen sich über das gesamte nördliche Grabungsareal und erreichen bisweilen eine beachtliche Tiefe. (Blick in Richtung Triangel)

30.10.2020: Mauerreste verteilen sich über das gesamte nördliche Grabungsareal und erreichen bisweilen eine beachtliche Tiefe. (Blick in Richtung Triangel)

30.10.2020: Die Stufen im Erdreich dienen den Archäologen zum Abstieg in die Fundstelle. (Blick in Richtung Grundstück V. Maraite)

30.10.2020: Die Stufen im Erdreich dienen den Archäologen zum Abstieg in die Fundstelle. (Blick in Richtung Grundstück V. Maraite)

3.11.2020: Nördliches Grabungsareal: ungeahnte Welten tauchen aus dem Boden auf.

3.11.2020: Nördliches Grabungsareal: ungeahnte Welten tauchen aus dem Boden auf.

3.11.2020: Nördliches Areal: ein neuer Turmansatz (rötlicher Mauerzug in der Bildmitte) wird entdeckt.

3.11.2020: Nördliches Areal: ein neuer Turmansatz (rötlicher Mauerzug in der Bildmitte) wird entdeckt.

6.11.2020: Die nördliche Grabungsstelle erweist sich als sehr umfangreich und ergiebig.

6.11.2020: Die nördliche Grabungsstelle erweist sich als sehr ergiebig.

6.11.2020: Auch auf der südlichen Grabungsstelle tauchen weitere Mauern auf (Standort des Hauses von Monschaw).

6.11.2020: Auch auf der südlichen Grabungsstelle tauchen weitere Mauern auf (Standort des Hauses von Monschaw).

6.11.2020: Die Außenmauer des Turms im südlichen Grabungsfeld wurde bis auf Höhe des Wassergrabens freigelegt.

6.11.2020: Die Außenmauer des Turms im südlichen Grabungsfeld wurde bis auf Höhe des Wassergrabens freigelegt.

10.11.2020: Die Funde im nördlichen Areal nehmen beeindruckende Ausmaße an.

10.11.2020: Die Funde im nördlichen Areal nehmen beeindruckende Ausmaße an.

10.11.2020: Die 4 m hohe Mauer (im Vordergrund) wurde bis zum Fundament freigelegt. Die graue Färbung des Bodens (rechts) sind Überreste eines Wassergrabens.

10.11.2020: Die 4 m hohe Mauer (im Vordergrund) wurde bis zum Fundament freigelegt. Die graue Färbung des Bodens (rechts) sind Überreste eines Wassergrabens.

10.11.2020: Öffnungen im Mauerwerk (rechts) geben Rätsel auf: Warum liegen sie unterhalb des Wassergrabens (Bildmitte)?

10.11.2020: Öffnungen im Mauerwerk (rechts) geben Rätsel auf: Warum liegen sie unterhalb des Wassergrabens (Bildmitte)?

10.11.2020: Schwere Steinüberlagen und Ansätze eines Bogengewölbes über den beiden Öffnungen.

10.11.2020: Schwere Steinüberlagen und Ansätze eines Bogengewölbes über den beiden Öffnungen. Die Holzreste vorne links wurden in den Ablagerungen des Wassergrabens gefunden.

10.11.2020: Die Grabungen im südlichen Areal (Standort Haus von Monschaw) werden erfolgreich fortgesetzt.

10.11.2020: Die Grabungen im südlichen Areal (Standort Haus von Monschaw) werden erfolgreich fortgesetzt.

Was weiß man bisher von der St.Vither Stadtbefestigung?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir etwas weiter in die Geschichte St.Viths zurückgehen.

Um 1130 wird St.Vith erstmals urkundlich erwähnt. Das Schriftstück, ein Einkünfteverzeichnis des Abtes Wibald der Abtei Stavelot-Malmedy, listet einige Kirchen auf, die Abgaben ans Kloster zu leisten haben. Neben Asselborn, Huldingen und Thommen wird auch eine Kirche de sancto vito erwähnt. Ferner wird angegeben, dass die Abtei bereits in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts Einküfte aus sancto vito und nova villa (Neundorf) bezogen habe.
Zu diesem Zeitpunkt hatte St.Vith noch keine Stadtrechte und war Teil des Königshofes Neundorf, der schon aus dem 9. Jahrhundert bekannt ist.

Eine zweite urkundliche Erwähnung St.Viths aus dem Jahr 1151 zeigt den Ort schon als recht beeutende Ansiedlung mit einer Kirche, einer Zollstätte und einem Markt. Der limburgische Herzog Heinrich II. als Herr des St.Vither Landes verlieh der Abtei Orval mit diesem Schriftstück Zollfreiheit für den gesamten Verkehr durch seine Länder. St.Vith dürfte zu dem Zeitpunkt also schon eine überregionale Bedeutung als Markt- und Pilgerort erlangt gehabt haben, denn Reliquien den hl. Vitus gelangten vermutlich über Abt Wibald nach St.Vith.

Der Besitz der Limburger Herzöge im St.Vither Land wechselte im 13. Jahrhundert durch Heirat an das Haus Luxemburg. Der Limburger Herzog Walram der Alte heiratete 1214 in zweiter Ehe die luxemburgische Gräfin Ermesinde.  Walrams Sohn aus erster Ehe, Walram I.,  heiratete 1225 die Tochter Ermesindes, Elisabeth von Bar.  Nach Ermesindes Tod (1247) erhielt Elisabeths Halbbruder Heinrich der Blonde von Luxemburg die erblichen Zollrechte in St.Vith.
Der Einfluss der Luxemburger im St.Vither Land wuchs weiter, denn 1265 erwarb Heinrich der Blonde Anteile des Hofes Neundorf, die bislang Ritter Kuno von Schönberg gehört hatten.  Die Nachfolger des Kuno von Schönberg besaßen noch andere Anteile im St.Vither Land und Heinrich der Blonde wird es nicht versäumt haben, auch diese zur Vergrößerung seines Besitzes zu erwerben, denn aus einer Urkunde des Jahres 1271 erfahren wir erstmals, dass St.Vith als luxemburgisches Lehen verkauft wird, und zwar an Walram den Roten aus dem Hause Valkenburg-Montjoie. In dieser Zeit (1260-70) dürfte St.Vith Stadtrechte erlangt haben; die Urkunde hierüber ist leider verschollen.

Der bekannte Geschichtsschreiber des St.Vither Landes, Dr. Anton Hecking, gibt in seiner „Geschichte der Stadt und ehemaligen Herrschaft St.Vith“ (1875) an, dass Graf Heinrich St.Vith um 1260 zu einer „Vertheidigungs-Stadt“ ausgebaut und mit festungsartigen Mauern umgeben habe und dass sein Sohn Heinrich III. dieses Werk fortgesetzt habe.
Leider gibt Hecking keine Quellen für diese Behauptungen an. Auch für Heckings Beschreibung dieser Festungsbauten fehlen die Quellen : Eine kreisförmige stark 8 Fuß dicke Ring-Mauer umfasste ganz St.Vith in solcher Ausdehnung, dass die Grundfläche innerhalb der Ring-Mauer ca. 29 Morgen betrug. In dieser Ring-Mauer standen in gewisser Entfernung von einander, um St.Vith herum sieben über die Ring-Mauer hervorragende runde Vertheidigungsthürme, deren Mauer auch die Dicke von 8 Fuß hatte. Außer den gleichzeitig errichteten Wällen war das Ganze, außerhalb der Ring-Mauer, noch mit einem breiten Wassergraben umgeben. ... In der Ring-Mauer waren zwei Thore, ein südliches und ein nördliches, da, wo jetzt noch die zwei Haupteingänge der Stadt sind. … Die sieben Thürme der Ring-Mauer dienten nicht allein zur Vertheidigung der Stadt, sondern der Raum des Erdgeschosses eines jeden auch als Gefängnis für die Verbrecher.

Laut einem Schriftstück aus dem Jahre 1350 befahl der aus dem Hause Luxemburg stammende König Karl IV. seinem Verwalter, den in St.Vith amtierenden Lehnsmann Johann von Valkenburg am Fortbau der Burg und der Befestigung des Marktes zu hindern. Johann von Valkenburg hat den Marktflecken dann doch befestigt und sogar St.Vither Münzen (moneta sancti viti) prägen lassen.
Es mag durchaus sein, dass die Festungsanlage Johanns auf Vorgängerbauten ruhten, die rund 100 Jahre vorher angelegt worden waren. Doch zeigt der Einspruch König Karls IV., dass sein Untertan dabei war, die Stadt gegen seinen Willen zu befestigen. Während Karl IV. als römisch-deutscher König im fernen Prag residierte, wird sich sein Lehnsmann Johann um den Schutz der Einnahmen des Marktfleckens St.Vith gesorgt haben und diese, den Möglichkeiten der Zeit entsprechend, „eingemauert“ haben. Dabei schlug er wohl zwei Fliegen mit einer Klappe, denn zugleich verwandelte er die Stadt zu einer militär-strategisch günstig gelegenen Festung am Nordrand der Grafschaft Luxemburg. Johann von Valkenburg gilt demnach als Erbauer des St.Vither Festungswerks.

Die Nachfolger Johanns, d.h. die Grafen von Vianden bzw. von Nassau, haben den Status St.Viths als zentralen Ort der Herrschaft (heute würde man von „Großgemeinde“ sprechen) und des Hochgerichts beibehalten. Im 17. Jahrhundert bestand die Herrschaft St.Vith aus 7 Höfen mit den jeweils dazugehörenden Dörfern: Bütgenbach, Büllingen, Amel, Recht, Neundorf, Pronsfeld und Weiswampach.
Die Viandener bzw. nassauischen Amtsleute (Rentmeister, Schultheißen, usw.) residierten in der „Burg“, einem befestigten Haus unterhalb der Kirche, das Teil der Stadtmauer war. In diesem „festen Haus“ lagerten auch Waffen, Nahrungsvorräte, Zehntabgaben und Archive. Hecking berichtet von einem Fund eines Kanonenrohrs auf dem Gelände „An der Burg“: Wir verdanken diese uns noch erhaltene Kanone dem Herrn Joseph Buschmann, einem während seines Lebens eifrigen Verehrer der vaterländischen Alterthümer. Er fand dieselbe bei Wegräumung des Schuttes in dem von ihm dahier angekauften Burg-Beringe. Um 1810, so Hecking weiter, habe man bei Abtragung eines Turmrestes noch weitere Kanonen gefunden.
Das Burg-Haus hatte also nicht nur Bedeutung für die Stadt selbst, sondern darüber hinaus auch für das weitere Umland.

Die Festung hat manchen Angriffen und manchen Feuersbrünsten standgehalten, die die Stadt im Laufe der Jahrhunderte erleben musste. Dem Einsatz von Schwarzpulver, das ab dem 14. -15. Jahrundert vermehrt zum Einsatz kam, waren derartige Festungsbauten jedoch auf Dauer nicht gewachsen.
Im Zuge der Reunionskriege hatte der französische König Ludwig XIV. das Herzogtum Luxemburg 1684 in seinen Besitz gebracht. Die anfänglich friedliche Zeit wurde nach wenigen Jahren durch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen deutschen und französischen Truppen abgelöst. Damit die Festungen an der Landesgrenze nicht in feindliche Hände fallen sollten, betrieb der franzöische König eine „Politk der verbrannten Erde“.  So erschienen denn im März 1689 französische Soldaten, die die Statdtore, die Türme und das Burgschloss mit Pulver sprengten. Im September des gleichen Jahres wurde die Stadt von den Franzosen zudem noch in Brand gesteckt.
Nach dieser Katastrophe wird es etliche Jahre gedauert haben, bis wieder ein geschäftiges Treiben hier stattfinden konnte. Die Stadtmauer lag in Trümmern, Wälle und Wassergräben wurden eingeebnet und die Bewohner werden sich zum Bau ihrer Häuser in diesen Steinhaufen bedient haben. Nur der Büchelturm, der dieses Zerstörungswerk wohl einigermaßen überstanden hatte, wurde wieder errichtet und kündet heute als einziges Bauwerk von der einst stolzen Festung, hinter dessen Mauern die Bewohner ihren Alltagsgeschäften und ihren religiösen Pflichten jahrhundertlang nachgegangen waren.

Überreste der Stadtmauer auf alten Karten und ihre Erwähnung in Publikationen

Auch viele Jahrzehnte nach der Zerstörung war die Erinnerung an die alte Festung nicht verschwunden. Der markante Straßenkranz, der bis heute den Verlauf der Stadtmauer andeutet, findet sich in den ersten Kartenwerken des 18. und des 19. Jahrhunderts (Ferraris (1775-78), Tranchot – von Müffling (um 1820)). Ortsbezeichnungen wie „Hinterscheid“, „Ascheid“ oder „Burg“ oder turmartige Gebäude tauchen in den ersten preußischen Katatserkarten (1828-1 und 1828-2) oder auch in neueren Stadtplänen (z.B. 1939) auf.
Obschon Hecking, wie o.e., von der Beseitigung von Turmresten um 1810 berichtet, scheinen diese Arbeiten nicht sonderlich gründlich verlaufen zu sein, denn auf einer Parzellarkarte der preußischen Eisenbahnverwaltung (1886) ist im Bereich der „Burg“ ein turmartiges Gebäude eingezeichnet, das damals zumindest noch als Restturm erhalten geblieben sein muss.

In den „Kunstdenkmäler von Eupen-Malmedy“, aus der Feder von H. Reiners und H. Neu (1935, S. 467), findet sich eine Beschreibung des Areals an der Burg: „Auf dem Grundstück ‚An der Burg‘  ist von einem andern Turm ein halbes Untergeschoss erhalten mit Kuppelgewölbe und anschließendem Mauerrest. ... Die Burg war in die Stadtbefestigung einbezogen … und lag im Nordosten an der Bahnhofstraße, wo der Flurname ‚An der Burg‘ ihren Platz bezeichnet. Sie war Sitz der Beamten der Herrschaft und mit einem Wassergraben umgeben; i. J. 1621 werden ihre Mauern und Türme als gut bezeichnet. Außer den Wohntürmen enthielt sie Scheunen zur Aufnahme der einkommenden Naturalabgaben. … Hecking sah noch das Gefängnis im Erdgeschoss. … Heute sind nur mehr schwache Fundamente von zwei Rundtürmen aus Bruchstein und Reste von zwei rechtwinklig verbundenen Mauerzügen zu erkennen.

Der Bereich der „Burg“ gehörte um 1830 dem St.Vither Gerbereibezitzer Wilhelm Buschmann, der dort ein Wohnhaus errichtet hatte. Um 1865 gelangte das Areal in den Besitz der Familie von Monschaw, die hier 1868 ein Herrenhaus errichten ließen, bei dessen Bau offenbar auch Grundmauern der „alten Burg“ gefunden wurden (SVZ, 4.5.1937).
Um 1925 erwarb die Familie Pip das Anwesen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges baute Fam. Pip hier zwei Häuser in der Bahnhofssraße und betrieb im rückwärtigen Teil (wie schon vor dem Krieg) einen Baustoffhandel. Dieses Areal steht heute im Mittelpunkt der archäologischen Grabungen.

In Presseberichten aus älterer und jüngerer Zeit wird auch immer wieder von Spuren der alten Befestigungsanlage berichtet.

Die St.Vither Volkszeitung (SVZ) vom 4. Mai 1937 berichtete von Ausschachtungsarbeiten vor dem Hause Esselen (lag etwa gegenüber dem heutigen Hotel Pip-Margraff) zur Legung einer Gas- und Wasserleitung durch den Ascheider Wall, bei der in geringer Tiefe 2 m dicke Mauerreste freigelegt wurden. Laut Zeitungsbericht bezweifelte man jedoch, dass diese Mauern Teil der Ringmauer seien, da man die Statdtmauer „von der Fundstelle aus gesehen etwa 20 Meter zurück nach der Hecking- und Schulstraße  (heute Major-Long-Straße) zu“ vermutete. Ferner wird erwähnt, dass man bei der Fundamentierung des Hauses Wilhelm Margraff (heute Hotel Pip-Margraff) im Jahre 1875 auf eine sandige Tonschicht (Lettschicht) gestoßen sei, die den Wassergraben der Festung andeutete.

Am 25.5.1974 schreibt das Grenz-Echo, dass man das Teilfundament eines Turms der ehemaligen Burg aufgedeckt habe. Bereits 1926 habe man einen Teil dieses Turmfundaments beim Bau des Nachbarhauses in 2,5 m Tiefe vorgefunden. Der Turm hatte einen Durchmesser von 6 m.
Reste der Ringmauer sind indes schon öfter bei Bauarbeiten zu Tage getreten, zuletzt bei der Erneuerung der Hauptstraße im Jahre 1999 (GE, 8.6.1999).

   K.D. Klauser

 

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Geschrieben am 18.11.2020

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ZVS-Wanderungen 2021

Aufgrund der Corona-Regeln ist die Teilenhmerzahl bei den Wanderungen begrenzt. Daher müssen sich die Interessenten telefonisch anmelden (0478/43.82.09), und zwar bis samstags, 15 Uhr, vor der jeweiligen Wanderung. Wir bitten um Verständnis, dass wir unangemeldete Teilnehmer nicht zur Wanderung zulassen können.

Die vom Geschichtsverein „Zwischen Venn und Schneifel“ zwischen März und November organisierten Wanderungen verbinden Wanderspaß durch unsere abwechslungsreiche Eifellandschaft mit regionaler Geschichte, die an markanten Punkten der jeweiligen Strecke vom Wanderführer kurz erläutert wird.
Die zwischen 10 und 13 km langen Rundkurse führen zumeist über ruhige Wege, durch stille Bachtäler, Wald- und Wiesenpartien, mit bisweilen herrlichen Panoramaaussichten.
Hier eine Übersicht der für 2021 geplanten Touren:

Die Teilnahme ist kostenlos und geschieht auf eigenes Risiko. Die ca. drei- bis dreieinhalbstündigen Wanderungen beginnen stets um 14 Uhr. Da der Schwerpunkt auf dem Wandern liegt, werden angepasstes Schuhwerk und eine gute körperliche Verfassung vorausgesetzt. Hunde, die mitgeführt werden, müssen angeleint sein.

Kopien der Wanderkarten können gegen einen Unkostenbeitrag von 3 Euro/Karte erworben werden.

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Geschrieben am 28.09.2019

„St.Vither Zeitung“ im Internet verfügbar

Ein Jahrhundert Zeitungen in Sankt Vith

Ab 1866 gab es in St.Vith eine deutschsprachige Wochenzeitung, das „Wochenblatt für den Kreis Malmedy“, die im Nachhinein als „Kreisblatt für den Kreis Malmedy“ (ab 1866), „Malmedy-St.Vither Volkszeitung“ (ab 1905), „St.Vither Volkszeitung“ (ab 1934-1944) und, nach zehnjähriger Unterbrechung, als „St.Vither Zeitung“ (1955-1964) erschien. Die beim Staatsarchiv in Eupen aufbewahrten Ausgaben von Februar 1866 bis Dezember 1964 wurden im Jahr 2013 mit der Unterstützung der deutschsprachigen Gemeinschaft digitalisiert.

http://www.arch.be/zeitung

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Geschrieben am 26.03.2014

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Totenzettelarchiv – Helfen Sie mit.

Zur Weiterführung unserer Sammlung bitten wir Sie uns überzählige Totenzettel zu überlassen, damit sie interessierten Familienforschern zur Verfügung stehen können. Gute Kopien oder Scans sind auch willkommen. Wenn Sie die Totenzettel nicht gerne länger aus der Hand geben, bitten wir Sie, uns diese nur für wenige Tage auszuleihen.

Für Genealogieinteressierte sind die Totenzettel ein wahrer Schatz. Unsere ganze Sammlung kann auf der Internetseite der Westdeutschen Gesellschaft für Familienforschung, Bezirksgruppe Aachen eingesehen werden unter folgenden Link: https://www.wgff-tz.de/suchen.php

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit!

Kontaktdaten

Kgl. Geschichts- und Museumsverein „ZVS“
Schwarzer Weg 6
B – 4780 ST.VITH
info@zvs.be

Telefon: 0032 / (0)80 / 229209
Öffnungszeiten: werktags von 13-17 Uhr, freitags bis 16 Uhr, samstags 14-16 Uhr,
sonntags 14-17 Uhr.

 

 

 

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Geschrieben am 14.03.2018

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Kriegerische Zeiten – Momentaufnahmen aus der belgischen Eifel: die Jahre 1938-1945

Die Ausstellung zeigt anhand von Textdokumenten und Fotoaufnahmen, wie spannungsgeladen und gewalttätig die Zeit von 1938 bis 1945 mit ihren vielfältigen politischen und gesellschaftlichen Verunsicherungen, Bevormundungen und Zerstörungen erlebt wurde.

Die Ausstellung ist vom 1.6. bis 30.11.2012 im Heimatmuseum zu sehen (Öffnungszeiten: werktags von 13 – 17 Uhr, freitags nur bis 16 Uhr, samstags: 14-16 Uhr, sonntags: 14-17 Uhr). Führungen für Schulen können auf Anfrage auch außerhalb dieser Zeiten durchgeführt werden. Lehrpersonen aus dem Primar- und Sekundarschulwesen haben hierzu Unterrichtsvorlagen erarbeitet, die auf Anfrage beim Geschichtsverein bestellt werden können.

Mehr über den 2. Weltkrieg hier

Bestellung der Unterrichtsmaterialien über unseren Büchermarkt

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Geschrieben am 06.06.2012

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Fragebogen zur Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt

Zur Erstellung eines Beitrages für unsere Monatszeitschrift bittet die Autorin, Frau Michaela Schumacher-Fank, um Ihre Mithilfe. Thema des Beitrags ist der Brauch der Kräuerweihe zu Mariä Himmelfahrt am 15. August in der belgischen Eifel. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich einige Minuten Zeit nehmen würden, um den folgenden Fragebogen zu beantworten.  Vielen Dank für Ihre Mithilfe. Den Fragebogen können Sie hier öffnen.

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Geschrieben am 05.06.2012

Geschichtsunterrichte gesucht

Die Geschichte der heutigen Deutschsprachigen Gemeinschaft spiegelt sich auch im Schulunterricht wider. Vor allem der Geschichtsunterricht war in allen Ländern zu allen Zeiten ein Indikator für das Geschichtsbild, das der Staat seinen Bürgern vermitteln wollte. Bisher ist dieser Themenbereich noch nicht untersucht worden. Wer noch seinen Geschichtsunterricht aus der Primarschule oder von der Sekundarschule (mit dem Teil des 20. Jahrhunderts) in Form von Büchern (nur jene, die speziell für das deutschsprachige Belgien geschrieben worden sind) oder von Heften (abgeschriebene Unterrichte oder Sammlung von Darstellungen und Arbeitsblättern) für die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, aus der Zwischenkriegszeit, zur Zeit des Dritten Reiches oder aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute besitzt, wird gebeten diese entweder für diese Sammlung zur Verfügung zu stellen oder zumindest die Möglichkeit zu eröffnen, Kopien davon machen zu können. Falls ehemalige Lehrer über alte Programme oder inhaltliche/didaktische Hinweise zu diesem Unterrichtsfach verfügen, so sind auch diese willkommen.

Wer zu dieser Sammlung beitragen möchte, gebe die Unterlagen entweder beim Geschichtsverein oder bei Carlo Lejeune (Büllingen) ab. Herzlichen Dank.

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Geschrieben am 05.05.2012

Kunstdiebstahl in der Kirche von Weweler – 2005 und 2008

Kunstdiebstahl 2005

In der Nacht vom 9. zum 10. Mai 2005 brachen Diebe in die Kirche von Weweler ein und entwendeten wertvolle Barockfiguren, die wir hier vorstellen – auch in der bescheidenen Hoffnung, dass die Veröffentlichung Hinweise zu den Tätern und eventuellen Hintermännern geben kann.
Bei den gestohlenen Figuren handelt es sich um:

 

1. hl. Wendelin 2. hl. Jakobus 3. Madonna
mit Kind

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Geschrieben am 05.12.2011

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Herman Baltia

König Albert mit Generalgouverneur Baltia in Malmedy - Quelle: BALTIA H., Le roi Albert, Editions l'Avenir, Brüssel, 1937

ZUR PERSON
Herman Baltia

König Albert I. (Erster von links) mit Generalgouverneur Baltia (Zweiter von links) in Malmedy.
Auf Hermann Baltia geht der historische Name der Pater-Damian-Schule, das »Collège Patronné« zurück, das er kraft seines Amtes hatte einrichten lassen. »Weil er keine Lehrer für eine laizistische Sekundarschule fand, gelang es ihm, einen absolut kirchenfeindlichen Unterrichtsminister zu überzeugen, die Schule durch den Bischof patronieren zu lassen, erklärt Els Herrebout. »Der Unterrichtsminister stimmte zu, denn es galt, das Gebiet – je nach Lesart, Belgien einzuverleiben, oder es in den Staat zu integrieren.«

Deutsche Mutter (mehr …)

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Geschrieben am 24.11.2011

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Die Verwüstungen der Normannen in Eifel und Ardennen (881-892)

“Sie plünderten, mordeten und brannten Alles nieder”: Die Verwüstungen der Normannen in Eifel und Ardennen (881-892). Das ist der Titel des diesjährigen Vortrags von Ehrenpräsident Hubert Jenniges am Ende der Jahreshauptversammlung unseres Geschichtsvereins in Hotel Drosson (Wirtzfeld). Es geht um das brutale Vorgehen der Wikinger, der “Mannen aus dem Norden”, die zu Ende des 9. Jahrhunderts mit gezielten Raubzügen und Angriffen die Klöster von Stablo-Malmedy und Prüm und alle reichen Landgüter in der Region vernichteten.
In seinem bereits zur Tradition gewordenenen Vortrag zum Abschluss der ZVS-Jahreshauptversammlung führt uns Hubert Jenniges in diese spannungsgeladene Zeit vor gut 1130 Jahren, die  892  in einem ungleichen Kampf Westeifeler Bauern gegen die Normannen in der Nähe von Prüm einen dramatischen Höhepunkt erreichte. Der Redner beschreibt nicht nur den Verlauf der Ereignisse, er wird auch die Nachwirkungen der normannischen Überfälle in unserem Raum festhalten und eine ungewöhnliche Zeitepoche wiederbeleben.

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Geschrieben am 23.11.2011

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