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Die Eisenbahn in Born

Das heutige Wahrzeichen des Borfes Born in der Gemeinde Amel ist der weithin sichtbare Eisenbahnviadukt, der das Emmelsbachtal mit 11 Bögen überspannt. Im Zuge der Eisenbahnverbindung von Born nach Vielsalm, einer aus militär-strategischen Gründen erbauten Bahnlinie zur Versorgung der Front in Frankreich, wurde diese Brücke 1916 in nur 8monatiger Bauzeit errichtet. Sie überquert mit ihrem 2. Bogen die Vennbahn, die bereits 1887 gebaut wurde. Die Brücke gilt als besondere Konstruktion ihrer Zeit, denn sie überspannt das Tal in einer Linksbiegung, eine für diese Zeit ungewöhnliche Kontruktionsweise. Auch in Vielsalm wurde ein solcher Viadukt erbaut (Hermanmont). Die Borner Brücke ist 285 m lang und 18 m hoch; 19.000 m³ Beton wurden verbaut. Sie trägt den Namen des letzten preußischen Landrates von Korff. Dieser Name befand sich übrigens an der Stirnseite der Brücke und wurde nach Übernahme der Bahnlinie durch die Belgier nach 1920 abgemeisselt. Ein anderer Spruch auf der Brücke, der ebenfalls entfernt wurde, erinnerte an die Zeit des Brückenbaus: „Krieg schallt es laut, als diese Bahn erbaut. Mit starker Hand und Manneskraft und trotz dem Feind war’s bald geschafft.“. Im 2. Weltkrieg war die Brücke, wie andere auch, mit Sprengkammern versehen. Doch beim Einmarsch der Deutschen am 10. Mai 1940 sind diese aus unbekannten Gründen nicht gezündet worden.

Im 1. Weltkrieg wurden ausgehend von der in nord-südlicher Richtung verlaufenden Vennbahn Stichbahnen in Ost-West-Richtung erbaut, die den deutschen Nachschub an der französischen Front sichern sollten: Wiesenbach (ab 1917 Anzweigung über Crombach nach Gouvy), Born (ab 1917 Abzweigung nach Recht und Vielsalm), Weismes (ab 1914 Abzweigung nach Malmedy und Stavelot), Weywertz (ab 1912 Abzweigung nach Bütgenbach, Büllingen und Jünkerath).

Die Ortschaft Born war jedoch schon gut 30 Jahre vor dem 1. Weltkrieg mit der Eisenbahn in Berührung gekommen. Im Juli 1884 waren die Vermessungsarbeiten zum Bau der Vennbahn auf Borner Gebiet abgeschlossen, im Oktober waren sie kartiert. Die einzelnen Bürgermeistereien mussten zu den Kosten des Bahnbaus entsprechend der Summe der im Steuerjahr 1882-83 gezahlten Steuern beitragen. Für die Gemeinde Recht kam dabei ein Unkostenbeitrag von 2.258 Mark heraus.

Aber nur Born wurde von der Bahn direkt berührt. Neben den vielen Vorteilen, die man sich vom Bau der neuen Strecke versprach, traten für das Dorf auch nicht zu unterschätzende Nachteile ein: umfangreiche Enteignungen wurden vorgenommen, Wiesen und Weiden wurden vom Schienenstrang durchtrennt, einige Wege und Bachlauf der Emmels wurden umgelegt und das Dorf in zwei Hälften geschnitten.

v.l.n.r.: Josef Margraff (Recht), Mathias Feyen (Medell), Cornelius Kohnen (Born), Peter Niessen (Emmels)

Die Teilstrecke Weismes-St.Vith hatte nur einen einzigen Banhof vorgesehen, und zwar den in Montenau. Zwei Wochen vor der Eröffnung der Strecke richtete die Gemeinde Recht einen Antrag an Landrat von Frühbuss zur Errichtung einer Haltestelle in Born. Man wies darauf hin, dass Recht und Born mit zusammen 1200 Einwohnern auf den Bahnhof St.Vith oder Montenau angewiesen seien, dass aber nach Montenau kein fahrbarer Weg bestehe, so dass praktisch nur der 8 – 10 km entfernte Bahnhof St.Vith bleibe. Die Eisenbahn legte erst 1892 etwa 1 km vom Ortszentrum eine Kreuzungsstelle an (heutiges Bahnhofsgelände unweit des Grillplatzes) und man war nicht abgeneigt, dort auch eine Haltestelle einzurichten, doch die Gemeinde bestand auf einer Haltestelle im Ort selbst; Holz- und Schieferlieferungen aus Recht, eine Papierstoff-Fabrik, Geschäfte, Bürgermeister- und Zollamt, die Pfarr- und Rektoratsstelle, drei Schulen und 1300 Einwohner wurden als Argumente vorgebracht. Doch die Eisenbahnverwaltung setzte sich schließlich durch, denn die hohen Kosten, die für einen Halt im Dorf gefordert wurden, konnte die Gemeinde nicht zahlen. Im Mai 1900 gab sie ihr Einverständnis zur Errichtung eines Bahnhofes an der heutigen Stelle, weit außerhalb des Ortes. Es dauerte dann aber noch einmal 3 Jahre bis die neue Haltestelle in Betrieb genommen wurde.

(Quelle: Bertha, A.: Geschichtliche Notizen zu Dorf und Pfarre Born. Eigenverlag, 1983)

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Geschrieben am 02.08.2014

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Heckingschildverleihung im Rathaus zu St. Vith, am 10.4.2010: Replik des Geehrten, Herrn Alfred Bertha

Herr Bürgermeister, Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren,

Es ist mir eine Ehre und eine Freude, im Rahmen dieser Feierstunde im St. Vither Rathaus das Anton-Hecking-Schild entgegennehmen zu dürfen.
Damit darf ich mich einreihen in die schon stattliche Zahl der vom ZVS geehrten Heimatforscher und ich möchte ganz herzlich Danke sagen für diese ehrenvolle Auszeichnung, die gewiss mancher andere verdienstvolle Heimatfreund eher verdient hätte. Aber mein Freund Hubert und einige andere haben an den Stellschrauben gedreht und mich gefragt, ob ich dieses Hecking-Schild annehmen würde.
Bei der Laudatio von Hubert habe ich nun soviel Positives über mich selbst erfahren, dass ich gar nicht anders konnte als annehmen. (mehr …)

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Geschrieben am 12.11.2011

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Verleihung des Heckingschildes 2010 an Herrn Alfred Bertha im Rathaus zu St.Vith, am 10.4.2010 – Begrüßungsansprache des ZVS-Vorsitzenen K.D.Klauser

Verehrte Festgäste,

Als Vorsitzender des Geschichts- und Museumsverein „Zwischen Venn und Schneifel“ freut es mich sehr, dass Sie uns heute alle die Ehre erweisen und dadurch Ihre Sympathie und Anerkennung für unseren diesjährigen Heckingschildträger zum Ausdruck bringen.

Mit der Verleihung dieser Auszeichnung an Alfred Bertha setzt unser Verein die 1986 begonnene Tradition fort, im Zwei-Jahres-Rythmus Persönlichkeiten zu ehren, die sich im Maas-Rhein-Mosel-Raum im allgemeinen und im Lande zwischen Venn und Schneifel im besonderen um die Erforschung der geschichtlichen Vergangenheit verdient gemacht haben.
Die Auszeichnung trägt den Namen des über die Grenzen des St.Vither Landes hinaus bekannten Arztes und Geschichtsforschers Dr. Anton HECKING, dessen Vorfahren aus dem Westerwald stammten und der 1807 in Schönberg geboren wurde. (mehr …)

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Geschrieben am 12.11.2011

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Hubert Jenniges: Heimatgeschichte – eine Brücke zu den Ursprüngen

Laudatio für Alfred Bertha anlässlich der Verleihung des Heckingschildes durch den Geschichts– und Museumsverein «Zwischen Venn und Schneifel» am 10. April 2010, im Rathaus der Stadt St.Vith

Lieber Alfred Bertha, verehrte Familie Bertha,
werte Festversammlung!

“Auf  schönem Land fiel mir mein Anteil zu. Ja, mein Erbe gefällt mir gut!”
Dieser Spruch aus dem erhabenen Buch der Psalmen soll jetzt nicht das “Wort zum Sonntag” einleiten, sondern der Laudatio für unseren neuen Heckingschildträger Alfred Bertha einen sinnvollen Einstieg geben.
Der “Anteil” des schönen Landes, den ich meine, spiegelt den vielfältigen Reiz eines auβergewöhnlichen Geschichts-und Kulturraumes wieder, der im nördlichen Dreiländereck Ostbelgiens, im weitgestreckten Tal der Göhl, beginnt und über die Vennhöhen hinweg bis zur Eifel eine traditionsreiche europäische Königslandschaft beschreibt. Auf beide Anteile kann Alfred Bertha verweisen: Die herbe schöne Eifel wurde ihm als heimatliches Erbe in die Wiege gelegt, das anmutige Göhltal ist nach emsigem Studium der Kultur und Geschichte dieses Raums sein erworbener Anteil. Was beide Gebiete in jahrtausendlanger Vergangenheit hervorgebracht haben, gehört zu seinem geistigen Erbgut.
Werdegang und Wirken Alfred Berthas können auch aus diesen beiden Fenstern beobachtet werden. Göhltal und Eifel geben in Ausblicken, die in einander flieβen, die Sicht auf eine groβe, bunte Freske frei. Es zeigt sich sogleich, dass beide Elemente von einem Faktor beherrscht werden, von dem Faktor “Grenze”, der wie ein roter Faden durch das Leben und Wirken des neuen Heckinschildträgers zieht. (mehr …)

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Geschrieben am 12.11.2011

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