Auf den Spuren der Ardennenoffensive

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Geschrieben am 13.09.2011

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Kurze Übersicht zum Verlauf des 2. Weltkrieges in unserer Gegend

Als deutsche Truppen am 10. Mai 1940 im Zuge des Westfeldzuges auch in das Gebiet von Eupen, Malmedy und St.Vith einmarschierten, ahnten viele wohl noch nicht, welche Katastrophe noch über sie hereinbrechen sollte. Im deutschsprachigen Gebiet Belgiens agierten schon seit Jahren pro-deutsche Organisationen, die, meist unbehelligt von den belgischen Behörden, eine Rückkehr des Gebietes zum Deutschen Reich anstrebten, zu dem das Gebiet seit dem Wiener Kongress 1815 bis 1920 gehört hatte. Daher ist es nicht weiter verwunderlich festzustellen, dass die deutschen Truppen in unserem Gebiet meist mit Jubel empfangen wurden. Der Führererlass vom 18. Mai 1940, mit dem das Gebiet von Eupen-Malmedy- St.Vith dem Dritten Reich einverleibt wurde, mag daher für viele die Erfüllung ihrer „heimattreuen“ Wünsche gewesen sein. Im Vorfeld des Einmarsches agierten auch in St.Vith einige Werber für die nationalsozialistische Sache und manche wehrfähigen Männer, unter ihnen auch Angehörige der belgischen Armee, schlossen sich der Wehrmacht an. Nachdem diese „Grenzgänger“ in Spandau eine Sonderausbildung absolviert hatten, wurden sie dem „Baulehr-Regiment 800 Brandenburg z.b.V.“ zugeteilt (z.b.V. = zur besonderen Verwendung). Diese Einheit überquerte in der Nacht vom 9. zum 10. Mai die Our und überrumpelten die noch schlafenden Wachtposten. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Sprengung der Eisenbahnbrücken zu verhindern, was jedoch nicht immer gelang. In der St.Vither Aachener Straße kam es beim örtlichen Gendarmerieposten zu einem erbitterten Gefecht. Die belgischen Ordnungshüter waren der zahlenmäßigen Stärke und der besseren Ausrüstung des Gegners allerdings unterlegen und kamen in Gefangenschaft.

Obwohl in den Jahren 1940 – 1943 keine weiteren Kriegshandlungen in unserer Gegend stattfanden, war der Krieg dennoch in vielen Familien auf dramatische Weise präsent: Viele Männer wurden ab 1942 zur Wehrmacht eingezogen, kämpften an den Fronten in ganz Europa; sie kehrten – wenn überhaupt – oft genug als Schwerverletzte nach Hause zurück. Fast 40% der etwa 8.700 ostbelgischen, unter deutscher Flagge kämpfenden Soldaten sollte die Heimat nie wieder sehen.

Doch auch unser Gebiet wurde schließlich doch noch mit Krieg, Zerstörung und Tod konfrontiert. Nachdem die alliierten Verbände seit ihrer Landung in der Normandie (6. Juni 1944) die deutschen Truppen in verlustreichen Gefechten bereits auf breiter Front zurückgedrängt hatten, befahl Hitler, trotz der Einwände führender Militärs, eine Gegenoffensive mit dem Ziel, den Antwerpener Hafen zu erobern und den Alliierten damit ihre Nachschubbasis zu entziehen. Am 9. August 1944 war das Lager Elsenborn und die Stadt St. Vith erstmals Ziel alliierter Bombenangriffe. Auch fielen vereinzelt Bomben in verschiedenen Ortschaften unserer Gegend und die Menschen mussten wegen Fliegeralarm oft Luftschutzräume aufsuchen. Der Krieg rückte also näher; Am 3. September wurde seitens der NSDAP die Evakuierung der Stadt befohlen und ein „großer Treck“ setzte sich in Richtung Osten in Bewegung. In Hannoverschmünden und Dransfeld endete der lange Marsch; hier fanden die St.Vither Aufnahme. Währenddessen zogen am 13. September die ersten amerikanischen Soldaten in St.Vith ein; sie befreiten damit die erste „deutsche“ Stadt und setzten wieder eine belgische Verwaltung ein. Ab Oktober war St.Vith von der 2. US-Infanterie-Division „Indian Head“ besetzt. Diese rückte erst am 13. Dezember in Richtung Wirtzfeld-Rocherath ab, um sich an der Eroberung der Rurtalsperren zu beteiligen; von einer deutschen Gegenoffensive ahnten die Amerikaner nichts. In den Morgenstunden des 16. Dezember brach dann das Inferno über die Eifel herein: deutsche Geschütze feuerten aus ihren Stellungen hinter dem Westwall massiv in Richtung Westen und überraschten die anwesenden Soldaten und die Zivilisten. In der Zeit vom 18. bis 23. Dezember konnte sich jedoch der Widerstand formieren und den deutschen Vorstoß durch die Ardennen entscheidend vereiteln, denn der Verkehrsknotenpunkt St. Vith sollte schon am Abend des 17. Dezember eingenommen sein. Besonders im Frontabschnitt zwischen Rocherath und Schönberg lieferte man sich verlustreiche und erbitterte Gefechte. Die 106. Infanterie-Divison, als Nachfolgeeinheit der 2. Infanterie-Division nach St.Vith verlegt, bestand aus zumeist frontunerfahrenen Soldaten und wurde bei Lindscheid (bei Schönberg) in mehrfacher Regimentsstärke in deutsche Gefangenschaft abgeführt. Bis zum 23. Dezember war es der 7. US-Panzer-Divison unter General Bruce C. Clarke gelungen, den Vorstoß der Wehrmacht bis St.Vith zu hemmen. Er zog sich daraufhin mit seinen Truppen bis hinter Vielsalm zurück. Die deutschen Truppen, die unter dem Oberbefehl von General Hasso von Manteuffel standen, zogen wenige Tage vor Weihnachten wieder in die Stadt ein. An den beiden Weihnachtstagen brach dann die totale Katastrophe über die Stadt herein: An beiden Tagen flogen alliierte Verbände mehrere Bombenangriffe gegen die Stadt, die dadurch praktisch dem Erdboden gleichgemacht wurde. Hunderte Menschen verloren ihr Leben; allein im Keller der Klosterkirche starben über 100 Schutzsuchende unter den Trümmern; von den ca. 600 Häusern der Stadt blieben nur 9 unbeschädigt. Am 23. Januar 1945 zog die 7. US-Panzer-Divison auf ihrem Weg gen Westen erneut durch St.Vith, doch die Stadt hatte keine strategische Bedeutung mehr. Dennoch kann die Verteidigung St.Vith durch General Clarke als wesentlicher Beitrag zum endgültigen Scheitern der Ardennenoffensive betrachtet werden.

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Zum Hintergrund und Verlauf der Ardennenoffensive

Seit der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 war der Rückzug der deutschen Truppen aus Frankreich und den Benelux-Ländern bis September 1944 recht zügig fortgeschritten. Die meisten unserer Ortschaften wurden Mitte September von amerikanischen Verbänden eingenommen, nachdem die deutschen Besatzer bisweilen fluchtartig das Feld räumten und manche Ortschaften, wie St.Vith, evakuieren ließen. Im September 1944 hielten die alliierten Armeen eine 800 km lange Front, die von den Niederlanden bis in die Vogesen reichte. Dies war jedoch mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, denn die Nachschubhäfen in Frankreich lagen weit entfernt und der Mangel an Soldaten machte sich angesichts anderer Kriegsschauplätze (etwa im Pazifik) deutlich bemerkbar. Auch in den befreiten Gebieten konnte nur eine unzureichende Zahl wehrfähiger Männer rekrutiert werden, da viele in Gefangenschaft, im Widerstand oder bei der Wehrmacht eingezogen waren. Der amerikanische Oberbefehlshaber Eisenhower befand sich im Herbst also in einer schwierigen Lage: der Feind hatte sich hinter ausgezeichneten Stellungen verschanzt, was ihm jedoch nicht zum Vorteil gereichen durfte: General Eisenhower wollte nicht in einer passiven Abwehrhaltung bleiben. Er nahm daher das Risiko auf sich, die 120 km lange Ardennenfront zwischen Losheim und dem Süden des Großherzogtums Luxemburg mit nur vier Divisionen des VIII. Korps zu halten.

Auf deutscher Seite war die Ostfront im Oktober 1944 stabil und auch der alliierte Vorstoß von Westen kam zum Stehen. Auch konnten neue Reserven gebildet werden; so wurde z.B. die neue 6. SS-Panzerarmee mit Reserven gebildet, die von der Ostfront abgezogen wurden. Dennoch kannte die deutsche Rüstungsindustrie durch die vermehrten Bombardierungen der Industriegebiete des Ruhrgebietes eine Lähmung, die die Fortsetzung des Krieges bald unmöglich machten. Hitler hatte im September 1944 die Absicht geäußert, den Alliierten in den Ardennen, ähnlich wie 1940, einen Schlag zu versetzen und in 2 Tagen die Maas zu erreichen und in 7 Tagen bis zum Hafen Antwerpen vorzustoßen und somit den alliierten Nachschub zu unterbinden. Unter dem Decknamen „Wacht am Rhein“ entwarf Generaloberst Jodl, Chef der Wehrmachtsführungsstabes und engster militärischer Berater Hitlers, unter größter Geheimhaltung Pläne, in denen etwa 30 Divisionen (davon 12 gepanzerte) für den großen Schlag vorgesehen wurden. Generalfeldmarschall von Rundstedt, der deutsche Oberbefehlshaber im Westen, der der Ardennenoffensive fälschlicherweise seinen Namen gab, wurde erst gegen Ende Oktober von Hitlers Plänen in Kenntnis gesetzt, die schon seit Anfang Oktober konkret ausgeführt wurden (Truppentransporte, Verstärkung von Brücken, Reorganisierung der Reichsbahn, …). Er war mit dem Plan Hitlers nicht einverstanden, da seiner Meinung nach die verfügbaren Mittel nicht ausreichten. Nachdem sein Alternativplan (nur Lüttich zu erobern) verworfen wurde, zog sich von Rundstedt zurück.

Wegen ungünstigen Wetters wurde der Angriff vom 27. November auf dem 16. Dezember verlegt: ab dem Tag sollte laut Wetterbericht zwei Wochen lang Nebel die alliierte Luftwaffe an ihren Einsätzen hindern.

Am 15.12. standen 68 deutsche Divisionen an der Front (siehe Karte „Frontbewegungen während der Ardennenoffensive“):

  • 7 Divisionen der Heeresgruppe H (Generaloberst K. Student) (25. Armee und 1. Fallschirmjägerarmee) von der Nordsee bis Roermond
  • 36 Divisionen der Heeresgruppe B (GFM Model) (15. Armee (G. von Zangen), 6. SS-Panzerarmee (S.Dietrich), 5. Panzerarmee (H. von Manteuffel), 7. Armee (E. Brandenberger)) zwischen Roermond und Hunsrück
  • 21 Divisionen der Heeresgruppen G und „Oberrhein (Generalmajor H. Balck) bis zur Schweizer Grenze
  • 4 Reservedivisionen und unabhängige Brigaden.

Auf alliierter Seite standen 61 bzw. 67 Divisionen:

  • 14 Divisionen der 21. Heeresgruppe (GFM Montgomery: 2 britische und 1 kanadische Armee) von der Nordsee bis Linnich
  • 30 Divisionen der 12. Heeresgruppe (General O. Bradley: 9., 1. und 3. amerik. Armee (Simpson, Hodges, Patton) von Linnich bis Südluxemburg
  • 17 Divisionen der 6. Heeresgruppe (General J. Devers: 7. amerik. und 1. franz. Armee) bis zur Schweizer Grenze.
  • 6 Reservedivisionen (82. und 101. Luftlandedivision bei Reims, 6. brit. und 17. amerik. LLD in England, die gerade aus USA angekommenen 75. und die 11. Panzerdivision).

Der Erfolg des Angriffs hing vom Überraschungsmoment und der Schnelligkeit ab. Ein Täuschungsplan wurde ausgearbeitet und die Todesstrafe drohte jedem, der sich einer Indiskretion schuldig machte. Diese Geheimhaltungsmaßnahmen waren ein Grund für die z.T. übereilte Durchführung der Befehle, da die untergeordneten Einheiten zu spät von ihren Aufgaben unterrichtet wurden. Die alliierten Geheimdienste gingen im Dezember indes nur von örtlich begrenzten Operationen des Feindes aus; General Bradley befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs sogar in Paris bei Eisenhower, der wenige Tage vor dem Angriff noch in Ligneuville war.
Die Schnelligkeit der Aktion sollte durch einen Panzervorstoss zur Maas gewährleistet werden, der nach heftigem Artilleriefeuer und dem anschließenden Durchbruch der großen Infanterie erfolgen sollte. Zudem sollten zwei Sondergruppen Verwirrung in den alliierten Nachschubverbänden stiften:

die 2000 Mann starke Kampfgruppe Skorzeny, die mit amerikanisch getarnten Panzerfahrzeugen und z.T. mit amerikanischen Uniformen ausgerüstet war, sollte verhindern, dass die alliierten Treibstofflager von ihren Bewachern in Brand gesteckt wurden;
die Fallschirmjägergruppe von der Heydte, die in der ersten Nacht die Straßen der Nordflanke abriegeln sollte.

Der Erfolg des Unternehmens hing von der schnellen Eroberung der Verkehrsknotenpunkte Monschau, Malmedy, St.Vith, Bastogne und Echternach ab.

Im Morgengrauen des 16. Dezember begann der deutsche Angriff bei dichtem Nebel. Während die 6. SS-Panzerarmee nur geringe Erfolge aufweisen konnte, war der Vormarsch der 5. Panzerarmee am schwachen Frontabschnitt der luxemburgischen Ardennen bedeutsam. Bis Weihnachten hatte sie einen Keil in die Front getrieben, dessen Spitze bis Celles / Dinant reichte. Der Verlauf des deutschen Vormarsches wurde jedoch wegen vier amerikanischer Widerstandspunkte entscheidend behindert und schließlich zum Scheitern gebracht:

  • im Norden die befestigte Flanke um Monschau, Elsenborn, Rocherath, Krinkelt und Bütgenbach, die von der 1., der 2. und 99. US-Division verteidigt wurde,
  • im Süden die befestigte Flanke um Echternach (4. Division)
  • der Verteidigungsriegel von Bastogne, der von der 101. US-Luftlandedivision und dem Kampfkommando B der 10. Panzerdivision unter Brigade-General A. McAuliffe gehalten wurde
  • und schließlich das von der 7. US-Panzerdivision unter Gen.-Major R.W. Hasbrouck und Brigade-General B.C. Clarke bis zum 23.12. gehaltene St.Vith, was das Misslingen der Offensive maßgeblich herbeiführte, wie es führende Militärhistoriker und -strategen einschätzen.

Seit dem 26.12. begann der von General Patton geführte amerikanische Gegenangriff an der Südseite des Keils bei Dinant. Am 1. Januar griffen die Alliierten die Nordflanke des Keils an, am 23. Januar erobert die 7. US-Panzerdivision St.Vith zurück; am 1. Februar nehmen die Alliierten die Kreuzung Rocherath / Wahlerscheid wieder in Besitz und einen Tag später wird Krewinkel als letzte belgische Ortschaft zum zweiten Mal befreit.

Wenn auch die deutschen Truppen den erhofften Erfolg nicht erzielen konnten, so hatten sie jedoch eines bewirkt: Die alliierten Vorbereitungen zu einer Offensive ins Reichsgebiet wurden unterbunden und die in Elsass-Lothringen kämpfenden Einheiten der Heeresgruppe G konnten verloren gegangenes Gelände wieder zurückzugewinnen. Was allerdings am schwersten wog, war die Tatsache, dass diese Großoffensive in den Ardennen jene Panzerverbände gekostet hatte, die die Rote Armee an der Ostfront hätten zurückschlagen können, als diese ab dem 12.1.1945 aus den Weichselbrückenköpfen zu ihrer Winteroffensive antrat, die sie direkten Weges bis nach Ostdeutschland und bis zur Oder bringen sollte.

Den großen, vielleicht doch noch kriegsentscheidenden Erfolg in den Ardennen hatte Hitler verpasst. Wäre die Ardennen-Offensive erfolgreich gewesen, hätte dies mit aller Wahrscheinlichkeit zu einem Rückzug aller US-Streitkräfte aus Europa geführt, wie die geschichtlichen Vorgänge dies andeuten. Dieser amerikanische Schritt war kein deutsches Wunschdenken, sondern Realität. Als sich die deutschen Truppen bedrohlich ihrem Ziel, der Maas, näherten, war am 27.12. 1944 der US-Kriegsminister Henry L. Stimson, zum Generalstabschef der US- Truppen, General George S. Marshall, gefahren und hatte diesen in seinem Arbeitszimmer gesprochen. Hauptthema dieses Gesprächs war die bange Frage, was geschehen musste, wenn es den Deutschen gelänge, den Kampf in den Ardennen zu ihren Gunsten zu entscheiden. Als Konsequenz zu einer solchen Niederlage hätte man ja eine Reihe neuer Divisionen ausrüsten und nach Europa schicken müssen, um diese Verluste auszugleichen. Ob aber der Kongress dieser weitreichenden Maßnahme zugestimmt hätte, das war mehr als nur unwahrscheinlich. Wenn aber keine neuen Divisionen genehmigt worden wären, dann wäre nur noch ein schneller Rückzug der Reste des amerikanischen Expeditionsheeres aus Europa übrig geblieben.

Folgende Gründe können für das Scheitern der deutschen Ardennenoffensive festgehalten werden:

  • Kein rationales, generalstabsmäßiges Kalkül, sondern Verzweiflungsakt
  • Treibstoffvorräte reichten nicht aus
  • Logistik nicht durchgeplant
  • Fehlende Luftüberlegenheit
  • Unterschätzung des Gegners

Insgesamt gesehen handelte es sich bei der Ardennenoffensive des Jahres 1944 um einen schlecht vorbereiteten, irrationalen Verzweiflungsakt. Es erscheint wahnwitzig, mit einer Offensive das weit gesteckte Ziel Antwerpen erreichen zu wollen, wenn manche Panzerverbände lediglich Treibstoff für die ersten 60 km zur Verfügung hatten. Im Vergleich mit der logistischen Vorbereitung der Westoffensive von 1940 stellt die Ardennenoffensive von 1944 nur ein Abklatsch, wenn nicht sogar eine Persiflage dar.

Insgesamt waren etwas über eine Million Soldaten an der Schlacht beteiligt, was sie zu der größten Landschlacht des zweiten Weltkrieges mit amerikanischer Beteiligung macht. Sie wird von den Amerikanern als „Battle of the Bulge“ (Schlacht der Ausbuchtung) bezeichnet.

Die Verluste auf beiden Seiten waren enorm:
Die deutschen Verluste der Ardennenoffensive betrafen über 85.000 Mann (Tote, Vermisste, Verwundete). Demgegenüber betrugen die alliierten Verluste über 75.000 Mann.
Doch nicht nur für die beiden Gegner, sondern vor allem für die beiden Kantone Malmedy und St.Vith bedeuteten die Kampfhandlungen die beinahe völlige Zerstörung und 2.500 tote und 600 schwer verletzte Zivilisten. Mehrere Städte und Dörfer wurden arg in Mitleidenschaft gezogen bzw. nahezu völlig zerstört: an erster Stelle ist St.Vith zu nennen, das „Stalingrad des Westens“, dann aber auch Malmedy, Houffalize, La Roche, Bastogne, Wiltz, Clervaux, Vianden und Echternach oder Dörfer wie Rocherath, Büllingen, Bütgenbach oder Faymonville. Die wirtschaftlichen Grundlagen, wie die Viehzucht und der Wald, wurden hart und langfristig getroffen. Aber auch die Verkehrsinfrastruktur und die Versorgungsleitungen waren, wie viele Sakral- und Kulturbauten größtenteils zerstört. Mehr als 20.000 Häuser fielen vor allem der alliierten Gegenoffensive zum Opfer bzw. waren unbewohnbar. Andere wurden geplündert und ausgeraubt. Über Jahre waren weite Landstriche durch nicht explodierte Minen oder Bomben regelrecht verseucht; bisweilen finden sich noch heute in St.Vith, im Rocherather Wald und auch anderswo Relikte aus dieser dunklen Zeit.

Weiterführende Links:
Ardennenoffensive: 60. Jahrestag der Befreiung Belgiens (1944-2004)

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