Am 24. März 2026 starb der Historiker Dr. Klaus Pabst, der wohl als erster wesentliche Aspekte der jüngeren ostbelgischen Geschichte umfassend erforscht, dokumentiert und allgemeinverständlich publiziert hat. Seine 1964 erschienene Abhandlung „Eupen-Malmedy in der belgischen Regierungs- und Parteienpolitik 1914-1940“ wurde zum Standardwerk der hiesigen Geschichtsforschung, das durch Objektivität, Ausführlichkeit und Klarheit so manchem jüngeren Forscher als Grundlage diente.
Klaus Pabst, mit Raerener Wurzeln in Aachen geboren, hat als Historiker an der Universität zu Köln einen vielfältigen Publikationsschatz zur rheinischen Geschichte hinterlassen. Als Kind des Grenzlandes ist er Ostbelgien stets verbunden geblieben. In Publikationen (z.B. zur Geschichte des Bistums Eupen-Malmedy, zum Belgischen Rundfunk und zur Presse in Ostbelgien oder zur sprachlichen Situation), als Ratgeber oder Juror und als am ostbelgischen Geschehen grundsätzlich Interessierter ist dies deutlich geworden. Seine wissenschaftliche Arbeit ist nicht nur für das Verständnis der Geschichte Ostbelgiens von Bedeutung, sondern bietet auch Grundlagen zur politischen und gesellschaftlichen Identität seiner Bewohner. Im Gespräch mit Klaus Pabst war man sowohl von seiner profunden Kenntnis der Materie als auch von seiner liebenswürdigen Art mit der er seinem Gegenüber begegnete und seinem empathischen Erzählstil beeindruckt.
Das „Dr.-Anton-Hecking-Schild“ das unser Geschichtsverein Dr. Pabst im Jahre 2000 verlieh, erfolgte denn auch in Anerkennung seiner nachhaltigen Verdienste um die Schärfung des geschichtlichen Bewusstseins der Menschen unserer Region. Er ruhe in Frieden. KDK
