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Heckingschild für „Barfußhistoriker“ – Laudatio von Herrn Engelbert Cremer

Laudatio für Klaus-Dieter Klauser anlässlich der Verleihung des Dr. Anton-Hecking-Schildes am 14. April 2018 im Rathaus zu St.Vith

 

Lieber Klaus-Dieter, Werte Gäste,

Ich stand am Fenster – im Alter hat man das so an sich, man steht gelegentlich am Fenster , betrachtet eingehend den Horizont und hofft, so wie der Matrose im Mastkorb , endlich ausrufen zu können: „Land in Sicht“.
Aber der Matrose im Krähennest blieb stumm.
Vor mir liegt ein weißes Blatt Papier . Die Leere starrt mich an. Es sagt kein Wort. Mein Blick schweift wieder nach draußen.
Nun sollte man nicht glauben mir wäre zum Preisträger des diesjährigen Anton-Hecking-Schildes nichts eingefallen. Im Gegenteil, die Fülle dessen, was er geleistet, initiiert, angestoßen, entwickelt und geschrieben hat , ist so überwältigend , dass ich nicht wusste, wo anfangen und was in dieser Fülle besonders erwähnt werden sollte. Aber das war es nicht allein. Vor allen Dingen wusste ich nicht wie anfangen. Ich ahnte, dass unser Preisträger es gar nicht mag im Mittelpunkt zu stehen. Seine Bescheidenheit steht im Widerspruch zum Applaus der ihm heute gebührt. Wie umgehen mit dieser ehrlichen, nicht aufgesetzten Bescheidenheit, die Platz lässt für andere? Mein Blick schweift wieder in die Ferne.
Man könnte einen Blumenstrauß überreichen und Danke sagen für den unermüdlichen Einsatz. Man könnte diesen Blumenstrauß mit Schneeglöckchen, Veilchen, Krokusse garnieren, die leise, wie unser Preisträger, im Stillen, oft Verborgenen, aufblühen und nicht müde werden durch ihre Schönheit jedes Jahr das Herz aufs Neue zu erfreuen. Doch Zweifel erfüllten meine Gedanken. Dies wäre zwar stimmig, passend zu unserem Preisträger, aber für den heutigen Anlass schien mir dies doch etwas knapp bemessen zu sein.
Und so sitz ich wieder vor meinem leeren Blatt Papier.
Beim Grübeln fiel mir ein , dass der heutige Vorsitzende des Geschichtsvereins, Jens Giesdorf, mir erzählt hat, dass Hubert Jenniges, der mit Klaus-Dieter befreundet war, sich selbst und Klaus-Dieter als „Barfußhistoriker“ bezeichnete.
Gemeint war damit, dass sie keine wissenschaftlich ausgebildeten Historiker waren, sondern sich selbst aneigneten ,was die, ich nenn es mal, „ Leidenschaft für Geschichte „von ihnen forderte.
Dieser Begriff passt nahezu ideal zur Person Klaus-Dieters. Er drückt nicht nur seine Bescheidenheit aus , sondern umschreibt auch sein Wirken.

Denn, wer barfuß durchs Leben geht , lernt wachsam sein, lernt schauen wo er seinen Fuß hinsetzt und wo er hintritt. So wird er auf Dinge aufmerksam, die möglicherweise sonst nicht gesehen oder wahrgenommen werden.

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Abgelegt in Heckingschild

Geschrieben am 26.04.2018

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