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S21: Gold zwischen Eifel und Ardennen

Abgelegt in: 01, ZVS - Schriftenreihe.

20,50 €

Produktbeschreibung

Hermann-Josef Giesen: Gold zwischen Eifel und Ardennen
– Vorkommen, Herkunft, Geschichte (ZVS-Schriftenreihe Nr. 21)
116 Seiten, zahlreiche Karten und Abbildungen, DIN-A5-Format – St.Vith 2007

Was beim Lesen dieses Buches sofort auffällt, ist die für jeden Leser verständliche flüssige und klare Ausdrucksweise. Hinzu kommt das hervorragende Detailwissen, das ebenfalls in einer Art gebracht wird, die Heimatkundler wie Laien geradezu anregt weiterzulesen.
Nachdem eingangs die Goldsuche im fraglichen Gebiet in vorgeschichtlicher und geschichtlicher Zeit erwähnt wird, folgt die detailgenaue Beschreibung des Gebietes der Goldvorkommen mit den wechselnden Staatszugehörigkeiten in geschichtlicher Zeit.
Im zweiten Kapitel wird die Geographie des Vorkommens geschildert. Hier zeigt sich immer mehr wie rhetorisch gekonnt „trockenes“ Fachwissen in eine anschaulich, verständliche Sprache umgesetzt wird. Vom Autor wird hier auch auf sprachliche und mundartliche Namen und Flurbezeichnungen eingegangen.
Das dritte Kapitel ist der Geschichte gewidmet. Es beginnt mit der Goldsuche der Kelten im vierten Jahrhundert v. Chr. Diese häuften bei ihrem Suchen an den Bachläufen der Region große Mengen von Sand und Geröll auf, sodass die Spuren noch in unserer Zeit erkennbar waren. Mit den heutigen Methoden konnte durch die Analyse von Scherbenfunden und Pollenanalysen die keltische Zeit ermittelt und bestätigt werden. Die graphischen Darstellungen der Fundorte, sowie diverse Fotos und Abbildungen, ergänzen anschaulich den interessanten Text. Der Autor geht anschließend auf die römische Zeit ein mit einer geschichtlich interessanten Schilderung, die mit dem Vergessen der Vorkommen in fränkischer Zeit endet.
Erst vom ausgehenden Mittelalter wird berichtet, dass Karl von Lothringen 1753 eine erneute Suche nach mineralischen Rohstoffen und der Erschließung eventuell vorhandener Bodenschätze veranlasste, was aber nicht zu greifbaren Ergebnissen führte. Der Autor berichtet von einem Zusammenschluss einiger Bauern um 1802 in der Umgegend von Quâreux, die Suchschächte in Schieferfelsen trieben, sowie einzelner Persönlichkeiten die im 19. Jahrhundert auf mögliche Goldvorkommen in den Ardennen hinwiesen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts führte dies zur Verleihung von Schürfrechten durch die preußischen Behörden. Diese Abhandlungen werden ebenfalls mit historischen Fotos aus jener Zeit und der Abbildung von Urkunden anschaulich gemacht.
Aus der Zeit zu Anfang des 20. Jahrhunderts schildert der Verfasser die Aktivitäten von Spekulanten und dem Versuch einer Goldgewinnung mit Großmaschinen, sowie von unseriösen Angeboten zum Erwerb von Anteilsscheinen an noch zu gründenden bergrechtlichen Gewerkschaften. Deutsche und belgische Geologen untersuchten die Goldvorkommen wissenschaftlich. Nachdem im ersten Weltkrieg die Suche ein Ende fand, befassten sich ab 1920 zunehmend belgische Wissenschaftler mit den Goldvorkommen. Es folgten diverse Veröffentlichungen, u.a. in ZVS. Auch diese Texte werden mit Fotos und insbesondere mit graphischen Darstellungen ergänzt. Allerdings wäre bei einigen Graphiken eine Unterscheidung der geologischen Zeitalter durch deutlichere Abstufungen der hell/dunkel Schattierungen wünschenswert.
Die Ausführungen über die sehr wechselvollen erdgeschichtlichen Veränderungen im Gebiet von Ardennen, Eifel und Stavelot-Hohes-Venn, in die die Entstehung der Goldfundstellen hineingestellt werden, sind eine Fundgrube für alle Geologie-Interessierten und den Geologie-Unterricht.
Nach Ausführungen über das Gold, wird seine erdgeschichtliche Herkunft verständlich und mit Bildern erläutert. Im 7. Kapitel folgt eine Beschreibung der einzelnen örtlichen Goldvorkommen. Bei der Vielzahl der beschriebenen örtlichen Vorkommen ist hier eine Einzelerwähnung nicht möglich. Auch hier sind Fotos eingefügt. Es folgt ein umfangreiches Glossar mit guten Erläuterungen der Begriffe, sowie neun Seiten Literaturhinweise und das Quellenverzeichnis. Auch das ist für den Interessierten eine Fundgrube.
Den Abschluss findet das Buch mit dem Gedicht „Das Gold von Iveldingen“ und einer Auflistung der bisher erschienenen ZVS-Schriftenreihe.
Resüme: Wenn ich hier nur stichwortartig auf den Inhalt des Buches eingehen konnte, so kann dies nicht im entferntesten den Wert der Sachinhalte, das zugrundliegende Wissen und die interessanten Texte wiedergeben. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich selten ein Buch mit soviel Freude über den Schreibstil und vor allem das fundierte umfangreiche Sachwissen gelesen habe! Bedarf es weiterer Empfehlung? Heribert Albring

zuzugl. Versandkosten (siehe AGB)
ca. 280 Gramm

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